| 14. Oktober 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

115 Fahrzeuge, ein stark besetztes GT3-Feld und knallharte Positionskämpfe: Das Nürburgring Langstrecken-Finale hielt alles bereit, was die Faszination Motorsport ausmacht.
Der Weg ins Saisonfinale verlief für Max Kruse Racing nicht ganz reibungslos. Noch am Freitag sorgte das unbeständige Eifelwetter mit Regen und feuchten Streckenabschnitten für schwierige Bedingungen im Training. Das Team musste dabei einen Rückschlag hinnehmen: Im Bereich der Kurzanbindung auf der Grand-Prix-Strecke kollidierte der VW Golf GTI Clubsport 24h (#10, Kruse/Hochwind/Åhlin-Kottulinsky), mit der Bande, sodass das Fahrzeug für das Samstagsrennen nicht mehr einsatzfähig war.
Auch der zweite Golf, (VW Golf VII GTI TCR) mit der Startnummer 819 (Messinger/Salerno/Gill), schied nach einem Unfall im Qualifying am Samstagmorgen aus dem Aufgebot für das Rennen aus. Damit richtete sich die volle Aufmerksamkeit des Duisburger Teams auf die beiden Audi R8 LMS GT3 EVO II. Und die sollten bei überraschend trockenen Bedingungen über die gesamte Renndistanz noch für reichlich Spannung sorgen.
Der Audi R8 LMS GT3 EVO II mit der Startnummer 11 (Otto/Hammel/Leuchter) ging von P17 in das vierstündige Finale, das Schwesterauto (#75, Fugel/Fugel/Leuchter) stand auf dem fünften Platz der Gesamtstartaufstellung und war damit bestplatziertes Fahrzeug seiner Klasse (AT1). Benny Leuchter, der nicht nur den Start, sondern auch einen Doppelstint fuhr, pilotierte den Audi bis auf den zweiten Gesamtrang. In den folgenden Runden behauptete sich das Fahrzeug in der Spitzengruppe, setzte die Konkurrenz unter Druck und übernahm zeitweise sogar die Führung.
In der Schlussphase fiel das Trio nach einem Überholmanöver und einer Penalty Lap zurück und beendete das vierstündige Rennen auf dem vierten Gesamtrang. „Benny hat im Qualifying eine tolle Arbeit geleistet und mit P5 eine super Ausgangslage geschaffen. Das Auto lief gnadenlos gut, sehr gut vom gesamten Team vorbereitet und P4 ist am Ende auch eine super Leistung, wenn man sich das starke Starterfeld ansieht“, bilanziert Marcel Fugel. Sein Bruder Dominik fügt hinzu: „Natürlich war es am Ende ärgerlich, dass es kein zweites Mal in der Saison für das Podium gereicht hat. Wir sind aber mit unserer Entwicklung über das Jahr hinweg zufrieden, wissen woran wir arbeiten müssen und greifen nächstes Jahr definitiv wieder an.“
Otto, Hammel und Leuchter hatten die gut 500 PS ihres Audi R8 LMS GT3 EVO II (#11) ebenfalls sehr gut im Griff und fuhren durch konstant schnelle Rundenzeiten auf P6 vor. Durch einen technischen Defekt geriet das Fahrzeug jedoch eine Stunde vor Rennende in Brand. Leuchter, der zu der Zeit hinter dem Lenkrad saß, blieb unverletzt, musste aber das Fahrzeug bergen lassen.
So wechselhaft das Saisonfinale auch verlief: Die sportliche Bilanz von Max Kruse Racing für die Saison 2026 kann sich sehen lassen – die Klassensieger Trophäe in der AT1-Klasse ist der Mannschaft in diesem Jahr genauso sicher wie die insgesamt neun Klassensiege innerhalb der NLS- Saison inklusive des ADAC RAVENOL 24-Stunden Rennens Mitte Mai.
Teammitgründer Benny Leuchter resümiert: „Der Motorsport ist und bleibt ein hartumkämpfter und intensiver Sport, mit Höhen und Tiefen, die gerade auf einer Strecke wie dem Nürburgring nur teilweise vorhersehbar sind. Umso stolzer blicken wir auf das zurück, was wir als Team in dieser Saison gemeinsam erreicht haben. Mit drei GT3-Fahrzeugen, einer Vielfalt innerhalb unserer Flotte und dem erfolgreichen Einsatz unseres nachhaltigen Kraftstoffs ist klar, dass wir nicht nur bestens aufgestellt sind, sondern auch ganz vorne mitspielen. Unser besonderer Dank gilt all unseren Partnern, die uns mit ihrem Vertrauen, ihren erstklassigen Produkten und ihrem Know-How auf und neben der Strecke unterstützen. Diese Partnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil unserer Erfolge und wir freuen uns darauf, diesen gemeinsamen Weg auch 2027 fortzusetzen.
Jetzt gilt es, die Erfahrungen aus dieser Saison mitzunehmen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Winterpause zu nutzen, um uns bestmöglich auf das kommende Jahr vorzubereiten.“
Nach dem letzten Rennen ist vor der nächsten Herausforderung. Die NLS kehrt am 20.03.2027 zurück und startet dann in eine ganz besondere Saison: Die Rennserie feiert ihr 50-jähriges Bestehen, während der Nürburgring gleichzeitig seinen 100. Geburtstag begeht.
Fotos: Gruppe C Photography
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